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23.12.2013 Kurzinformation

VDE: Normung setzt Meilenstein auf dem Weg zu Industrie 4.0

• VDE|DKE veröffentlicht erste Normungs-Roadmap „Industrie 4.0“ • „Internet der Industrie“ eröffnet große Chancen für Deutschland als Industriestandort und Fabrikausrüster

Der Einzug des Internet in die Produktion eröffnet große Zukunftspotenziale. Auf Basis einer herausragenden Stellung in der Produktions-, Automatisierungs- und Systemtechnik bietet sich Deutschland die Chance, die beginnende „vierte industrielle Revolution“ (nach Mechanisierung, Industrialisierung und Automatisierung) mit vernetzten Cyber-physischen Systemen als zentralem Element entscheidend zu prägen. Zudem kann sich Deutschland als einer der konkurrenzfähigsten Industriestandorte und führender Fabrikausrüster weltweit positionieren. Entscheidende Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung neuer Konzepte und Technologien in die industrielle Praxis sind konsensbasierte Normen und Spezifikationen. Die  jetzt erschienene weltweit erste Normungs-Roadmap Industrie 4.0, die von der DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE (VDE|DKE) erarbeitet wurde, ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. Sie gibt erstmals allen Akteuren eine Übersicht über bestehende relevante Normen und Spezifikationen sowie  heute schon erkennbare Normungs- und Standardisierungsbedarfe im Umfeld von Industrie 4.0. Technische Experten definieren darin Themenbereiche wie Systemarchitektur, Anwendungsfälle (Use Cases), Referenzmodelle und Prozesse und betrachten die einzelnen Umsetzungsaspekte mit Blick auf die Integration des gesamten Wertschöpfungsprozesses in die industrielle Fertigung.

Die vier Dimensionen des Wertschöpfungsprozesses
• Produkt-Lebenszyklus,
• Fabrik-Lebenszyklus,
• Technologie-Lebenszyklus und
• Geschäftsprozess
sind über den konkreten Produktionszeitpunkt des Produktes miteinander verknüpft und werden heute über eine Vielzahl digitaler Werkzeuge gesteuert. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, diese vier Dimensionen nahtlos miteinander zu verknüpfen durch:
• horizontale Integration (Echtzeitoptimierte Ad-Hoc-Wertschöpfungsnetzwerke),
• vertikale Integration (Geschäftsprozesse und technische Prozesse) und
• die Durchgängigkeit des Engineerings über den gesamten Lebenszyklus.

Wichtige allgemeine Handlungsempfehlungen für die Normung und die zukünftige Normungsstrategie formuliert die Normungs-Roadmap Industrie 4.0 bezüglich folgender Aspekte:
• die Verwendung einheitlicher Normen und Spezifikationen als Basis für die Industrie-4.0-Landschaft,
• die Integration der nationalen Entwicklungen in die internationale Normung,
• die Unterstützung etablierter Normungs- und Standardisierungsgremien durch zusätzliche Experten,
• Forschungs- und Entwicklungsbedarf bei emergenten Systemen.

Die Normungs-Roadmap Industrie 4.0 (Version 1.0) ist Basis für weitere Diskussionen, Ausarbeitungen und Konkretisierungen. Sie soll beispielsweise aus den laufenden und zukünftigen Forschungsprojekten und der Arbeit in den verschiedenen Normungs- und Standardisierungsgremien regelmäßig weiterentwickelt werden. Interessierte Kreise sind dazu eingeladen, sich mit Kommentaren und der Mitarbeit in der Normung an diesem Prozess zu beteiligen.