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29.09.2014 Kurzinformation 10 0

VDE fordert massive Stärkung der Mikroelektronik in Deutschland für Industrie 4.0

Ob Deutschland bei der Entwicklung von Industrie 4.0 weltweit vorne liegt, hängt vor allem von der Verfügbarkeit heimischer mikroelektronischer Bausteine und Systeme ab. Deshalb verlangt der VDE, dass die Bundesregierung und die EU die Voraussetzungen dafür verbessern und optimale Bedingungen schaffen, damit die deutsche und europäische Industrie- und Innovationspolitik Hand in Hand greifen. Konkret eignet sich hierzu das gerade angelaufene europäische Innovationsprogramm ECSEL (Electronic Components and Systems for European Leadership) innerhalb von Horizon 2020.

Damit Deutschland in den nächsten Jahrzehnten der weltweit führende Industriestandort und Fabrikausrüster für Industrie 4.0 sein kann, braucht es eine sichere und zuverlässige Versorgung aus heimischer bzw. europäischer Produktion. Dazu muss sich die Mikroelektronik in Deutschland gegen die stark subventionierte Konkurrenz aus Amerika und Fernost behaupten können.

Technisch gesehen geht es bei Industrie 4.0 um die Integration von Cyber-Physischen Systemen (CPS) in die Produktion und Logistik sowie um die Anwendung des Internets der Dinge und Dienste in industriellen Prozessen. Deutschland kann Leitanbieter für intelligente Produktionstechnologien und Leitmarkt für CPS-Technologien und -Produkte werden – allerdings nur, wenn die Mikroelektronik als ‚Key Enabler‘ am Standort Deutschland/Europa entlang der gesamten Innovations- und Wertschöpfungskette gestärkt und die Unternehmen optimale Bedingungen vorfinden und durch gezielte Maßnahmen gefördert werden, so wie es asiatische Länder und die USA mit ihrer einheimischen Produktion machen. Diese stützen sie gezielt mit Förderprogrammen.

Möglich wird Industrie 4.0 insbesondere durch CPS, deren Basis die moderne Mikroelektronik liefert. Sie stellt einen umfangreichen Baukasten bereit, aus dem sich die Systemhersteller bedienen können, um Elemente eines Industrie - 4.0 - Szenarios schrittweise umzusetzen. Entscheidend sind hierbei Eigenschaften wie Robustheit, Gewicht, Volumen, Vernetzbarkeit bei gleichzeitiger Datensicherheit, Weiterentwicklung der Systemintegration und vor allem der Preis von Mikroelektronik-Bauelementen. Wichtig ist auch die Anbindung von elektronischer Daten- und Signalverarbeitung an die reale Umwelt durch energieautarke Sensoren und Aktoren.