Baum wächst auf Computerplatine
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01.07.2014 Veranstaltungsrückblick 7 0

Bild- und Signalverarbeitung in der Industriepraxis

Die Signalverarbeitung im Allgemeinen und die Bildverarbeitung im Besonderen gewinnen im industriellen Umfeld mehr und mehr an Bedeutung. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart forscht intensiv auf diesem Feld und stellt seine Expertise auch interessierten Firmen zur Verfügung.
Im Rahmen eines Vortragsabends am 24. Juni 2014, der gemeinsam von der VDE-Hochschulgruppe Stuttgart und den VDE Young Professionals des Bezirksvereins Württemberg organisiert wurde, gaben die Forscher des IPA einen Überblick über ihre Aktivitäten.
Nach einer kurzen Einführung, in der die Fraunhofer-Gesellschaft und speziell das IPA vorgestellt wurden, beschäftigte sich der erste Vortrag von Hartmut Eigenbrod mit der adaptiven Qualitätsprognose. Hierbei werden in einem Fertigungsprozess möglichst viele Parameter gemessen. Durch eine Auswertung dieser Daten werden durch geeignete Algorithmen Rückschlüsse auf Eigenschaften des hergestellten Produkts gezogen werden, die sich nicht direkt messen lassen. Durch die Auswertung zugänglicher Fertigungsparameter ist es dennoch möglich, mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Aussage über die Qualität der Produkte zu treffen und Schlechtteile auszusortieren. Die zugrunde liegenden Algorithmen basieren auf Verfahren zum maschinellen Lernen.
Der zweite Vortrag von Martin Schmauder gab einen Überblick über die Möglichkeiten der Bildverarbeitung und Thermographie. Zunächst wurden die Komponenten, die zur Bilderfassung notwendig sind, vorgestellt und die Vorteile der Bildverarbeitung für die Qualitätskontrolle in der industriellen Fertigung dargelegt. In einem kleinen Exkurs erhielten die Teilnehmer auch einen groben Überblick über die Kosten eines Bildverarbeitungssystems, aber auch über mögliche Einsparpotentiale, die sich durch die Nutzung dieser Technologie ergeben. Deren Möglichkeiten wurden dann durch eine ganze Reihe von Beispielen verdeutlicht, wobei der Referent auf besonderen Herausforderungen in verschiedenen Anwendungen einging.
Den Abschluss bildete ein Vortrag von Andreas Frommknecht über die Möglichkeiten der 3-D-Objekterkennung. Zunächst wurden die verschiedenen Möglichkeiten aufgezeigt, wie dreidimensionale Strukturen für die Weiterverarbeitung dargestellt werden können - angefangen von Punktwolken im Raum bis hin zu sogenannten Voxeln, dem Äquivalent von Pixeln im Raum. Im nächsten Schritt zeigte der Referent auf, wie aus diesen Strukturen einzelne Objekte bekannter Form identifiziert werden. Mit diesen Informationen ist es dann beispielsweise möglich, in ungeordnetem Schüttgut einzelne Objekte und deren exakte Lage und Ausrichtung in einem Behälter festzustellen und mit diesen Informationen einen Roboterarm anzusteuern, der die Objekte aufnimmt und für weitere Fertigungsschritte ordnet und ausrichtet.
Anschließend gab es die Möglichkeit, bei Pizza und Getränken mit den Vortragenden über Ihre Forschungsgebiete zu sprechen und sich über Einstiegsmöglichkeiten beim IPA zu informieren.