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19.03.2019 Stuttgart 101 0 TOP

Exkursion zur Uni Hohenheim

Für die meisten Teilnehmer war es das erste Mal, dass sie in den Räumlichkeiten der Universität Hohenheim zu Besuch waren. Zugegeben denkt man bei der Forschung zu Superkondensatoren auch nicht unbedingt zuerst an diese Universität aber genau hiermit beschäftigt sich das dortige
Institut für Agrartechnik.

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Stefan Schorer
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Foto: S. Schorer

Am 26.02.2019 besichtigten die Jungingenieure des BV Württemberg ebendieses Institut.
Empfangen wurden wir von Frau Hoffmann und Frau Dr. Rodriguez Correa, die beide im
Fachbereich Konversionstechnologien nachwachsender Rohstoffe arbeiten. Frau Professorin Andrea Kruse, die diesen Forschungsbereich leitet, war ebenfalls anwesend.
Frau Hoffmann und Frau Dr. Rodriguez Correa gaben uns zunächst einen ausführlichen Einblick in ihre Forschungsarbeit. Grob gesagt geht es hierbei um die Herstellung von Superkondensatoren bzw. deren Hauptbestandteil, Graphen aus biobasierten Kohlenstoffmaterialien. Die Tatsache, dass die Verfügbarkeit von Graphen von der EU bereits als „kritisch“ eingestuft wurde, verdeutlicht die Wichtigkeit dieses Forschungsgebietes. In Hohenheim nutzen die Forscher Maiskolben oder ähnliche Agrarreststoffe und erzeugen hieraus zunächst mit Hilfe von Hydrothermaler Karbonisierung (HTC) oder langsamer Pyrolyse ein Zwischenprodukt, das je nach Verfahren einen Kohlenstoffanteil von bis zu 90 % hat. Anschließend wird das Material aktiviert, hierbei geht es um die Vergrößerung der Oberfläche, was wiederum die Kapazität erhöht.

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Das Ziel der Forscher ist es, aus dem so erzeugten Graphen Superkondensatoren herzustellen, die den herkömmlich produzierten Superkondensatoren nicht nur ebenbürtig, sondern sogar überlegen sind. In punkto Haltbarkeit konnte dieses Ziel bereits erreicht werden. Aktuell wird am sogenannten Upscaling gearbeitet. Das heißt, der Herstellungsprozess, der momentan im Labor stattfindet, soll in einen industriellen Prozess überführt werden, sodass es
möglich ist, große Mengen Graphen kostengünstig herzustellen.
Die anschließende Fragerunde mit den beiden Forscherinnen sowie Frau Professorin Kruse war
ebenfalls sehr interessant. Einige Teilnehmer der Exkursion konnten hier direkt aus ihren
Unternehmen Rückmeldung geben, wo seitens der Industrie Bedarf an derartigen
Superkondensatoren gesehen wird und wie die Anforderungen an diese sind.